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Wissenschaft belegt: Psychopillen durch mitfühlende Berührung weit in den Schatten gestellt

von | 17 Dez, 2020 | Achtsamkeit, Berührung, Wissenschaft

Zwei neuere wissenschaftliche Studien weisen nach, dass Achtsamkeitspraxis in Verbindung mit achtsamer Massage, eine erstaunliche heilende Wirkung bei Depressionen, Angst und psychosomatischen Beschwerden hat. Die neue Methode der Körperarbeit, mit dem Namen Insightouch®, wurde von einem Forscherteam aus Österreich untersucht. Die Ergebnisse waren hochsignifikant und zeigen neue bahnbrechende Möglichleiten in der Bewältigung von psychischen und psychosomatischen Beschwerden auf.

 

Corona und Psyche

Besonders in der Coronakrise ist die Suche nach neuen Wegen der Gesundheitsvorsorge und Therapie bzgl. der psychischen Folgen der einschränkenden Corona-Maßnahmen ein Gebot der Stunde. Medikamente und Gesprächstherapien reichen bei weitem nicht mehr aus, um Betroffenen effizient zu helfen.

Durch die medial gepuschte Fixierung der Pandemie auf die körperlichen Symptome, sind die Berichte über psychische Folgen auf der Strecke geblieben und werden nur wenig thematisiert. Laut einer österreichischen Studie leidet rund ein Drittel der Bevölkerung unter depressiven Symptomen.

Die Zahl der Untersuchungen über die psychischen Folgen der Covid-19-Pandemie wächst rasch. „Mittlerweile gibt es weit über 1000 Veröffentlichungen zu diesem Thema“, sagt Andreas Meyer-Lindenberg, Direktor des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim.

So ergab eine Untersuchung der Boston University School of Public Health, dass Mitte April 27,8 Prozent der erwachsenen US-Amerikaner depressive Symptome zeigten, im Vergleich zu 8,5 Prozent vor der Pandemie. Ähnliche Anstiege hätten sich nach den Terrorattacken vom 11. September, dem Ausbruch der Ebola-Epidemie und den Massenprotesten in Hongkong in den jeweiligen Bevölkerungen gezeigt.

In einer Umfrage im Juni berichteten gut 40 Prozent von fast 5500 erwachsenen US-Amerikanern, unter mindestens einem Symptom einer psychischen Störung zu leiden. Darunter waren Depressionen, Angstzustände, posttraumatischer Stress und Drogenmissbrauch – drei bis viermal mehr als ein Jahr zuvor.

Eine finnische Studie ergab, dass 25 Prozent von 4000 Befragten seit Beginn der Krise mehr Albträume haben. Immerhin 15 Prozent von 3000 befragten US-Amerikanern berichteten einer anderen Studie zufolge von schlechteren Träumen.

Eine Harvard Studie vom November 2020 zeigt, dass fast die Hälfte der jungen Erwachsenen Anzeichen einer Depression zeigt.

Kinder sind besonders betroffen. Einer Untersuchung zufolge spüren zwei Drittel der Kinder und Jugendliche während der Coronakrise seelische Belastungen.

Prof. Dr. Christian Schubert vom Institut für Psychoneuroimmunologie der Universität Innsbruck, weist in einem eindringlichen Videoappel darauf hin, dass es nachgewiesen ist, dass Kinder, die in ihrer Entwicklung Traumen erfahren, nicht nur massiv in ihrer Entwicklung eingeschränkt werden, sondern auch bis zu 20 Jahre weniger lang leben.

Was in der Gesellschaft durch die Covid-Maßnahmen im Moment passiert, ist eine kollektive Traumatisierung, deren langfristigen Auswirkungen noch gar nicht abzusehen sind. Der neuere Wissenschaftszweig der Epigenetik spricht sogar davon, dass erfahrene Traumen an die nächsten Generationen weitergegeben werden.

 

Helfen Psychopharmaka?

Wie kann eine Gesellschaft auf diese massive Belastung reagieren?  Wie kann dieses immense Leiden gelindert werden? Reichen unsere herkömmlichen Maßnahmen dafür aus?

Der konservative Weg der Symptomunterdrückung und -bekämpfung durch Medikamente ist schon lange in eine Sackgasse geraten.

Eine umfangreiche US-amerikanische Studie von 2011, vom National Institute of Mental Health in Auftrag gegeben, hat die Wirkung von Antidepressiva an ca. 4000 Menschen mit Depressionen untersucht. die Resultate waren ernüchternd: Medikamente können die Symptome von Depressionen nur in geringem Maße verbessern und zum Teil wurden sogar Verschlechterungen beobachtet.

Allgemein bekannt sind die zum Teil schweren Nebenwirkungen von Psycho-Medikamenten, die auch zum Tode führen können.

Antidepressiva verursachen suizidales und mörderisches Verhalten. Diese „Neben-Wirkungen“ beginnt man erst in letzter Zeit zu untersuchen und zu verstehen. (Lucire u. Grotty 2011)

Die unermüdliche Arbeit von Dr. David Healy, Psychiater und Wissenschaftler, der die Daten von Studien zum Zusammenhang von Selbstmord, Gewalt und Gabe von Antidepressiva zusammengetragen hat, wirft ein erschütterndes Licht auf dieses düstere Kapitel. Healy

Die Forschungs-Resultate sprechen eine eindeutige Sprache: Antidepressiva fördern die Neigung zum Selbstmord und erhöhen die Gewaltbereitschaft.

Auch hat sich die „Redekur“ als nicht ausreichend bei schweren psychischen Traumen oder anderen psychischen Beschwerden erwiesen. Zudem sind der Zeitaufwand und die Kosten einer zum Teil jahrelangen Gesprächstherapie für die Betroffenen sehr hoch. Viel Betroffene berichten, dass das immer wieder drüber reden, die Depression nicht verbessert, in manchen Fällen sogar verschlimmert.

Unser Gesundheitssystem hat sich zu einer ‚Kampfmaschine‘ gegen einen bedrohlichen unsichtbaren Feind entwickelt. Die steigenden Zahlen der psychischen Erkrankungen in den letzten Jahrzehnten sprechen eine deutliche Sprache davon.

 

Wie es dazu kam

Wie sind wir in diese prekäre Situation hineingeschlittert? Ist die Coronakrise nur ein Auslöser eines tiefer liegenden Problems? Oder der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bring?

Um dies zu verstehen, ist es notwendig einen kleinen Exkurs in die Geschichte zu unternehmen.

Als Isaak Newton 1678 seine Mathematischen Prinzipien der Naturlehre veröffentlichte, war damit ein wesentlicher Grundstein unseres materialistischen Weltbildes gelegt. Newton bezeichnete das Universum als eine „gut geölte Maschine“ und reduzierte das Leben auf rein mechanische und materielle Aspekte. Er beschrieb eine berechenbare Welt, bestehend aus toter Materie, gesteuert von mechanischen Gesetzen, in der geistige und seelische Aspekte keinen Einfluss auf die Materie haben. Die Welt wurde entzaubert. Körper und Geist wurden getrennt. Diese auf Materie reduzierte Sicht des Lebens und des Menschen beeinflusst unser Weltbild immer noch, weit mehr, als uns bewusst ist, und wirkt in alle Bereiche der Gesellschaft hinein.

Aufbauend auf dieses newton‘sche Weltbild, entstand eine Medizin, die den Geist vom Körper getrennt hat und die Seele ins Reich der Mythen verbannt hat. Das geht sogar so weit, dass die moderne Wissenschaft den Faktor Bewusstsein nicht miteinbezieht bzw. leugnet und eine „Religion des absolut objektiven Standpunktes“ an dessen Stelle gesetzt hat.

Ein kühler und distanzierter Rationalismus beherrscht die Wissenschaft und wird stolz als unumgängliches wissenschaftliches Werkzeug verteidigt. Doch zu bedenken gilt es, dass es ein Bewusstsein als geistiges Prinzip braucht, um Bewusstsein zu leugnen oder um eine wissenschaftliche These aufzustellen.

Auch der genetische Determinismus, nach dem der Mensch das Resultat seiner Gene ist und somit ein Leben lang der ererbten genetischen Ausstattung auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist, baut auf diesen Ansätzen von Newton auf. Demnach sind Krankheit und Gesundheit zum größten Teil genetisch bedingt, und ein Einfluss der Psyche wird nicht in Betracht gezogen. Es gibt demnach nur tote Materie, die von Genen gesteuert wird.

Auch die Psychiatrie ist ein Resultat dieses Konzepts. Hier wird behauptet, dass psychische Probleme allein durch einen gestörten Hirnstoffwechsel verursacht werden. Geist und Bewusstsein, falls es dies doch geben sollte, ist im besten Fall ein zufälliges Nebenprodukt der Nervenaktivität des Gehirns, und das Gehirn ist eine tote Masse von Materie. Sind geniale geistige Werke, wie z.B. eine Symphonie eines Mozarts, nur ein Zufallsprodukt des Hirns und entsteht rein zufällig aus toter Materie? Welch eine absurde und groteske Idee.

Die daraus resultierende Vorstellung, man könne durch Manipulation der „Hardware“ (Hirn) die „Software“ (Geist) verändern, hat jedenfalls nicht zu einer wesentlichen Besserung geführt.

Ein weiterer wichtiger Punkt, um diese materialistische Misere unseres Gesundheitssystems zu verstehen, ist ein Blick auf die Hygiene-Lehre, die auch auf dem mechanistischen Weltbild basiert. Einer der wichtigsten Begründer der modernen Hygiene-lehre, Louis Pasteur, sagt, dass Krankheiten durch unsichtbare Feinde „da Draußen“ verursacht werden. Von Mikroben, wie Bazillen, Bakterien, Viren und Pilzen, die den Körper attackieren, und die es mit allen Mitteln zu bekämpfen gilt. Zur Vorbeugung empfahl er die „Schutzimpfung“.

Antoine Béchamp, ein französischer Chemieprofessor und Zeitgenosse von Pasteur, vertrat die These, dass die Mikrobe nicht der Feind ist, sondern das Milieu entscheidend ist, für die Entwicklung von Krankheit oder Gesundheit. Entzieht man einer gefährlichen Mikrobe den entsprechenden Nährboden, bzw. verändert man das Milieu, kann diese nicht überleben. Ein Kampf dagegen mit „harten Geschossen“ und mit entsprechenden „Kollateralschäden“, würde nur das Symptom und nicht die Ursache treffen.

Diese „ketzerischen“ Ansichten Béchamps wurden von der damaligen wissenschaftlichen Gemeinde massiv bekämpft. Man hat sogar seine Thesen aus den Lehrbüchern der Medizin und Biologie gestrichen. Pasteur wurde indes gefeiert und die aufstrebende Pharmaindustrie, die in den Thesen von Pasteur eine nie versiegende Geldquelle gesehen haben, hat die Hygienelehre von Pasteur massiv gefördert. Erst auf dem Sterbebett erkannte Pasteur die These von Béchamp an, mit dem berühmt gewordenen Satz: „Le microbe n’est rien, le terrain c’est tout“, auf Deutsch: „die Mikrobe ist nichts, das Milieu ist alles“.

 

Corona-Kampfmedizin versus Ganzheitliche Methoden

Diese wenigen geschichtlichen Entwicklungen sollen zeigen, wie sich ein lebensverachtender und menschenverachtender Geist in unserer Gesellschaft und insbesondere im Gesundheitswesen entwickelt hat und immer noch vorherrschend ist.  In der Corona-Krise bäumt sich dieser primitive medizinische Kampf-Geist mit voller Wucht vor uns auf und zeigt sich ganz ungeschminkt und ist fest entschlossen den „Feind“ bzw. die Krankheit zu vernichten.

Betrachtet man die aktuelle Corona-Krise durch die Augen von Antoine Béchamp‘s These, rücken die Corona-Maßnahmen in ein anderes Licht. „Die Mikrobe ist nichts, das Milieu ist alles“. Die von der Pharmalobby gesteuerte Kampfmedizin, negiert und unterdrückt solche und ähnliche Thesen mehr denn je und führt seinen Kampf gegen einen „bösen unsichtbaren Feind“ fort, ungeachtet welchen Schaden dies anrichtet.

Ganzheitliche Methoden, die größere Zusammenhänge aufzeigen, Geist und Psyche in die Behandlung miteinbeziehen, das Milieu, auch auf sozialer, geistiger und spiritueller Ebene berücksichtigen, sind jedoch nicht mehr völlig zu unterdrücken.

Die Milieu-These von Béchamp könnte dafür eine völlig neue Bedeutung bekommen. So wie Mikroben nur in einem sauren Milieu überleben können und in einem basischen Milieu nicht gedeihen können, so kann psychische Gesundheit nur in einem entsprechenden sozialen, geistigen und spirituellen Milieu gedeihen und sich entwickeln. Ein ganzheitlicher Körper-Geist-Ansatz besagt, dass der Körper die Psyche beeinflusst und die Psyche den Körper, und dass dies eine unzertrennliche Einheit ist.

Neue ganzheitliche Ansätze der Bewältigung von körperlichem und psychischem Leiden sprießen wie frische Pflänzchen überall hervor. Eine neue Wissenschaft, die alle Bereiche des Menschseins miteinbezieht, zeigt sich allerorts am Horizont.

Um psychisches Leiden zu lindern und tiefgehende Transformationsprozesse zu ermöglichen, braucht es entsprechende neue Ansätze, die das innere und äußere Milieu miteinbeziehen.

 

Insighouch®

Hier setzt unsere Insightouch-Methode an, die Achtsamkeit als geistiges Prinzip mit achtsamer Berührung als körperlich/emotionales Prinzip verbindet.

Insightouch hat das Potenzial, durch eine Neuausrichtung und Umwandlung, das innere geistige und körperliche Milieu zu verändern, damit das innere Heilpotenzial sich entfesseln kann. Unsere wissenschaftlichen Studien weisen dies eindrücklich nach. Dazu später mehr.

Welche Wirkprinzipien und Zusammenhänge kommen hier zum Tragen? Um dies zu verstehen, ist es hilfreich zurückzugehen zum Beginn des Lebens.

 

Berührung als Grundnahrungsmittel

Wenn ein Baby im Arm der Mutter liegt und seine Bedürfnisse befriedigt sind, sind wir von seiner seligen Ausstrahlung berührt. Wir können dabei den tiefen Frieden des Einsseins mit der Mutter regelrecht spüren. Buddhisten würden dies als Buddha-Natur bezeichnen.

Was hat nun ein frisch gestilltes Baby mit einem Buddha gemeinsam? Ist es nur der himmlische Smile auf den Lippen von beiden? Die Auflösung ist: beide sind im „Nirvana“, einer weiß es – der andere nicht.

Die Quelle des „Nirvana“ des Babys ist die sichere Bindung mit der Mutter, die auf die Grundbedürfnisse nach Sicherheit, Nähe und Geborgenheit eingeht und diese „stillt“. Diese sichere Bindung wird in den ersten Lebensphasen vorwiegend über Berühren, Streicheln und Gehaltenwerden vermittelt. Die Bindungsforschung spricht bei dieser intensiven Erfahrung des „Einsseins“ mit der Mutter von prägenden Erfahrungen, die körperliche und seelische Entwicklung maßgeblich beeinflussen. Wir werden in der ersten Lebensphase durch Berührung sozusagen für das Leben geeicht. Wir bekommen die ersten Informationen über das Umfeld durch diese basale Körperkommunikation. Ob die Welt ein sicherer Ort ist, ob wir uns willkommen und geliebt fühlen, ob wir uns ausreichend satt fühlen bzw. die notwendige seelische Grundnahrung bekommen, hängt von der Qualität dieser frühen Berührung ab und wird tief ins Zellgedächtnis, dem sogenannten impliziten Gedächtnis eingeschrieben.

Liebevolle und achtsame Berührung ist demnach ein wesentlicher Schlüssel, um über sich selbst hinauszuwachsen und um die innewohnende Quelle des Glücks und unser Heilungspotenzial freizulegen. Ohne Berührung kann der neugeborene Organismus sich nicht regulieren. Das Wachstum des Gehirns ist abhängig von Sinnesreizen. Der Berührungssinn ist der erste und früheste aktive Sinn. Hautkontakt ist für das Hirn genauso überlebenswichtig wie Sauerstoff. Wären wir nicht ausreichend berührt worden, gäbe es uns nicht. Wir wären nicht überlebensfähig.

 

Das Trauma der fehlenden Berührung

Bleiben diese Urbedürfnisse unbefriedigt und „ungestillt“, entwickeln sich zum Teil extreme Ängste, die das Wachstum einschränken, das Nervensystem auf Kampf und Flucht einstellen und die seelisch-geistige Entwicklung hemmen. So werden früh die Grundlagen für eine Stress-Persönlichkeit gelegt. Daraus entsteht meist ein Leben, das dann vorwiegend auf Gefahrenbewältigung, Absicherung, Vermeidungsverhalten, Bedürfnisbefriedigung, Angstregulierung usw. ausgerichtet ist. Da bleiben dann meist keine Energie und kein Raum übrig für Wachstum, für die Entfaltung unseres Potenzials, geschweige denn für Erfahrungen von Spiritualität und Transzendenz. Oder glauben sie, dass Sie sich mit spirituellen Dingen beschäftigen können, während ein Löwe sie verfolgt? Der international bekannte Zellbiologe Dr. Bruce Lipton, schreibt dazu: „Wenn Sie vor einem Löwen flüchten, ist es keine gute Idee, Energie in Ihr Wachstum zu investieren. Zum Überleben brauchen Sie in jenem Augenblick all Ihre Energie für Flucht oder Kampf. Die Umleitung von Energie zugunsten der Schutzreaktion geht immer auf Kosten des Wachstums“.

 

Die Kraft der Achtsamkeit

Achtsamkeit ist eine natürliche Geisteshaltung und bedeutet, bewusste, nicht-wertende Aufmerksamkeit und Akzeptanz der Dinge, wie sie sind. Sie beinhaltet unmittelbar im gegenwärtigen Augenblick präsent zu sein, im Hier und Jetzt, ohne das Erlebte durch den Filter des denkenden Geistes zu etikettieren, zuzuordnen oder zu interpretieren. Durch Achtsamkeit wird die Erfahrungsintensität des Augenblicks um ein Vielfaches intensiviert und bewusst erlebt. Dieser, für die meisten Menschen äußerst seltene Zustand, unterscheidet sich wesentlich vom sogenannten Alltagsbewusstsein, in dem der denkende Geist, wie in Trance, permanent mit Zukunft oder Vergangenheit beschäftigt ist, interpretiert, wertet, vergleicht und einordnet. Achtsamkeit ist somit eine Transzendierung des „Dauer-Radios im Kopf“. Der unbändige, ständig aufgewühlte Gedankenstrom kommt zur Ruhe und wird zum stillen Fluss. Dieses „Sein-Lassen“ der Dinge, im Außen wie im Innen, wird als tiefe Gelassenheit und Verbundenheit erlebt und wird durch vertiefende Praxis als Mitgefühl empfunden. Somit fördert achtsames Wahrnehmen nicht nur eine tiefere Beziehung zu uns selbst, sondern auch die Fähigkeit des Einfühlens in den Anderen, die Fähigkeit nonverbale emotionale Signale wahrzunehmen, und somit das Innenleben des Anderen zu empfinden.

Durch die achtsame Qualität des „mit dem anderen sein“, wird eine entsprechende Resonanz im Gegenüber erzeugt. Es entsteht eine Reaktion des „sich gesehen und gefühlt Fühlens“.

Diese Kraft des „achtsamen sich Einfühlens“ bewirkt tiefgehende und positive Veränderungen in menschlichen Beziehungen. Achtsamkeit ist die Voraussetzung für emotionale zwischenmenschliche Intelligenz.

 

Die Synergie von Achtsamkeit und Berührung

Die Heilwirkungen, von Achtsamkeitspraxis als meditative Disziplin einerseits, und therapeutischer achtsamer Berührung andererseits, sind seit langem bekannt und wissenschaftlich gut belegt. Die Wechselwirkung oder Synergie dieser beiden Heilungsansätze ist bisher noch nicht erforscht worden.

Wir konnten, durch die zwei klinischen Studien, die wir in Zusammenarbeit mit einer psychiatrischen Klinik in Österreich durchgeführt haben, nachweisen, dass achtsame Berührung, in Verbindung mit Achtsamkeitsschulung, eine heilende Wirkung in umfassendem und ganzheitlichem Sinne hat.

Die Ergebnisse zeigten eine hochsignifikante Verbesserung von Ängsten, Depressionen und psychosomatischer Beschwerden. Zudem verbesserten sich das Bindungsverhalten und die Fähigkeit zur Achtsamkeit der Studienteilnehmer. Die untersuchte neue Insightouch®-Methode greift in die beschriebenen frühkindlichen Erfahrungen ein, und zeigt damit, dass es „nie zu spät für eine glückliche Kindheit ist“.

 

Die Studien

Erste Insightouch-Studie

Ziel der ersten Untersuchung war das Erforschen der Auswirkungen der Methode bei Patienten mit mittelschweren Depressionen.

Das Studiendesign war randomisiert, d.h. die Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Der Einschluss von 28 Patienten erfolgte im psychiatrischen Krankenhauses Hall in Tirol. In die Studie aufgenommen, wurden Patienten mit mittelschweren Depressionen (ICD-10). 14 Patienten waren in der Versuchsgruppe und 14 Patienten in der Kontrollgruppe. Die Patienten beider Gruppen erhielten eine medikamentöse Therapie mit Psychopharmaka.

Die Versuchsgruppe erhielt, neben der medikamentösen Therapie, 16 Insightouch-Sitzungen. Die Kontrollgruppe erhielt nur die medikamentöse Therapie.

Nach Einschluss wurden der Schwergrad der Depression mittels Hamilton Skala (ein standardisiertes Experten-Interview) ermittelt.

Um die Daten aus der Versuchsgruppe und der Kontrollgruppe direkt vergleichen zu können, wurde nach 8 Wochen bei beiden Gruppen der Schweregrad der Depression nochmals erhoben.

Der Unterschied zwischen Versuchsgruppe und Kontrollgruppe war hochsignifikant (p<0.001) zugunsten der Versuchsgruppe.

Es wurde nach 8 Wochen Insightouch-Therapie eine hochsignifikante Verbesserung der depressiven Erkrankung in der Versuchsgruppe beobachtet. Es zeigte sich eine generelle Verbesserung der depressiven Verstimmung, Reduktion von Schuldgefühlen, Abnahme von Suizidgedanken, Abnahme von Durchschlafstörungen, Zunahme der Motivation an Alltagstätigkeiten, Reduktion von Angstgefühlen sowohl auf der psychischen, als auch auf der somatischen Ebene, und Abnahme von allgemeinen somatischen Symptomen.

Die Studie wurde in International Journal for Body, Movement and Dance in Psychotherapy, Taylor&Francis-Verlag, London publiziert.

Zweite Insightouch-Studie

Ziel der zweiten Interventionsstudie war, wie bei der ersten Studie, das Erforschen der Auswirkungen der Kombination achtsamkeitsbasierter Massage mit Achtsamkeitsschulung. Studienteilnehmer waren dieses Mal Personen mit psychischen Beschwerden, geringer Bindungsfähigkeit und geringer Achtsamkeit. Es wird argumentiert, dass die Massage insbesondere dann zu einer korrigierenden emotionalen Erfahrung werden kann, wenn sich Therapeut und Klient in einem Zustand der Achtsamkeit befinden.

Teilnehmer und Methoden: In einem speziellem Studien-Design (Crossover) wurden 36 Teilnehmer zu drei Messzeitpunkten untersucht: vor der Behandlung, nach der Behandlung und nach einer achtwöchigen behandlungsfreien Phase. Mittels validierter Fragebögen wurden Symptome (Brief Symptom Inventory), Bindungsqualitäten (Adult Attachment Scale) und Achtsamkeit (Freiburger Achtsamkeitsfragebogen) erhoben.

Ergebnisse: Die Insightouch-Behandlung bewirkte hochsignifikante Besserungen: Die psychische Symptomatik, wie Angst, Depression und psychosomatische Symptome, verringerte sich ebenso wie die Bindungsdefizite, wie Angst vor Nähe, Verlassensangst,  Mangel an Vertrauen. Die Fähigkeit zur Achtsamkeit erhöhte sich. Acht Wochen nach Behandlungsende verbesserten sich die psychischen und die bindungsbezogenen Symptome auch ohne aktive Therapie weiter, die erhöhte Fähigkeit zur Achtsamkeit blieb erhalten.

Die Studie wurde bei Complementary Medicine Research, Krager-Verlag, Basel publiziert und ist Pubmed gelistet.

 

Erklärungsversuch

Wie lässt sich die Möglichkeit, in die Erfahrungen der frühen Kindheit einzuwirken, erklären? Das Erleben von Zeit wird in einer Hirnregion gesteuert, im präfrontalen Cortex, welches im Säuglingsalter noch nicht entsprechend entwickelt ist. Das bedeutet, dass die Speicherung der frühkindlichen Erfahrungen außerhalb der Bewusstheit und Erfahrung von Zeit geschieht. Diese Erfahrungen sind ausschließlich körperlich, und speichern sich ins Körperzellgedächtnis ein, welches keine Zeitwahrnehmung kennt, d.h. sich immer im Jetzt befindet. Somit kann dieses Körpergedächtnis auch nur jetzt erreicht und beeinflusst werden. Nicht mit Denken, nicht mit Wollen, nicht mit Erinnern, sondern einzig und allein mit gefühlter Erfahrung im Jetzt.

Und hier setzt die Berührungsbehandlung an. Es wird das nachgeholt, was damals nicht möglich war, es wird korrigiert, was damals vermisst wurde. Der Körper kennt die Sprache der liebevollen Berührung von Anfang an, und wenn sie mit Achtsamkeit und Mitgefühl, Fürsorge und Liebe ausgeführt wird, kann sich Urvertrauen und Fülle wieder entwickeln. Die Energie, die in Schutz, Vermeiden, Zurückweisen, ständiges Suchen und Habenwollen gebunden war, kann sich so entfesseln und steht nun zur Verfügung, für Heilung und Wachstum. Ein Erinnern, an das ureigene Glück kann sich wieder zeigen und der Traum, ein getrenntes Wesen zu sein, wird mehr und mehr ausgeträumt.

Das Innere Lächeln, ob Baby oder Buddha, kann erstrahlen.

 

Zurück zu Corona

Die Coronakrise hat uns schwer zugesetzt. Angst hat die Menschen schwer im Griff. Vielen ist noch nicht bewusst, dass es sich dabei um eine schleichende unterschwellige kollektive Traumatisierung handelt, deren Ausmaße sich erst langfristig zeigen werden. Die Folgen werden sich auf allen Ebenen des Menschseins zeigen: körperlich, emotional, geistig, sozial und spirituell. Der mechanistische und materialistische Ansatz des alten Systems hat hier nichts anzubieten, außer kurzfristige Notfallinterventionen. Um langfristig Hilfe leisten zu können und den Übergang in eine neue Ära zu erleichtern, sind neue ganzheitliche Sichtweisen und Handlungsweisen notwendig. Insightouch könnte ein Beitrag dazu sein.

 

Autor:
Dr. Andreas Stötter MSc
Körperpsychotherapeut und Gesundheitswissenschaftler
Begründer der Insightouch® Methode

Publikationen:

Stötter, A., Mitsche, M., Endler, P. C., Oleksy, P., Kamenschek, D., Mosgoeller, W. & Haring, C. (2013): „Mindfulness-Based Touch Therapy and Mindfulness Practice in Persons with Moderate Depression“. International Journal for Body, Movement and Dance in Psychotherapy. Taylor&Francis, London

Stötter, A., Harrer, M., Endler, P. C., Mosgoeller, W. & Haring, C. (2018): „Achtsamkeitsbasierte Massage kombiniert mit Achtsamkeitsschulung (Insightouch®) verringert Angst und Depression und verbessert die Bindungsqualität“. Complementary Medicine Research. Krager Verlag, Basel. PupMed:10.1159/000492060.

Stötter, A., Stötter, D. (2014): Tief Berührt – die Kunst der Achtsamkeitsmassage“. Book on Demand, Norderstedt.

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